Aktuelles

Lehrstück Lindberghflug

Mit Der Lindberghflug und dem Badener Lehrstück vom Einverständnis hat Bertolt Brecht mit Kurt Weill und Paul Hindemith vor knapp 100 Jahren die aktive Beteiligung des Publikums am Kunstwerk gefordert – als kollektive Produktion.
Das zerstreute Publikum sollte die Rolle des Ozeanfliegers Charles Lindbergh zur Musik aus dem Radio singen und als Chor mit der Bühne interagieren. Diese Partizipation wurde jedoch schon bei der gemeinsamen Uraufführung der Stücke nicht umgesetzt – dabei blieb es bis heute.
Gerade in der Spannung zwischen der Hoffnung auf gesellschaftliche Emanzipation durch Technik im Lindberghflug und dem Schrecken der Gewalt der Moderne im Badener Lehrstück liegt aber eine Aktualität, wie sie nicht zuletzt in Klimakrise und Flüchtlingspolitik täglich vor Augen geführt wird. Aktualisiert heißt das: das Flugzeug vermag zwar, das Meer zu überqueren, aber die Flüchtlinge ertrinken, weil der Mensch nicht dem Menschen hilft. Deshalb sollte Brechts Publikum nicht nur Zuschauer:in sein, sondern selbst tätig werden: Hier ist der Apparat, steig ein!
Eine experimentielle Probe mit offenem Ausgang:
Das Publikum wird Teil eines Brechtschen Apparats und erkundet die historische und aktuelle Performativität dieser Fragen.

Musik und Performance: Ariane Andereggen, Peta Devlin, Ted Gaier, Hauke Heumann, Ruth May, Toyin Spain, Silvana Suarez und Hans Unstern
In-ear-Voice: Mareike Hein
Bühne: Geelke Gaycken
Typographie Booklet: Till Gathmann
Kampnagel, Hamburg
Proben: 30. November, 01. und 02. Dezember 2023

What has happened to the River? A Yaoundé-Frankfurt Video Walk

Mit dem Stadtplan einer fremden Stadt durch die eigene gehen, um den städtischen Raum neu zu erkunden: Der Yaoundé-Frankfurt Walk ist eine urbane Exkursion, der Yaoundé, die Hauptstadt des Kamerun, und Frankfurt miteinander verknüpft.
Über Video-Telefonie miteinander verbunden bewegt sich das Publikum zweier Kontinente zeitgleich durch die beiden Städte. Die Erzählungen und Bilder von Orten, Straßen und Situationen ähneln und unterscheiden sich. Dabei ist die in Deutschland weitgehend vergessene koloniale Geschichte nur ein Aspekt.
Die fortgesetzte Ausbeutung der Ressourcen, die Klimakrise oder die Unterbindung von Migration geraten als Politik des Stadtraums in den Blick. Wie lässt sich eine gemeinsame Handlungsfähigkeit entgegen aller Trennungen herstellen?

Performer: Winyuy Laurah Targha, Valery Ebouele Kwongue, Ole Frahm und Torsten Michaelsen

The Times are changing

Anfang der 1980er wurde das Monument zur Gründung Bulgariens vor 1300 Jahren in Shumen eröffnet. Die sozialistische Partei entdeckte ihre nationalen und religiösen Wurzeln. Aktuell ist es eines der wenigen Denkmale aus sozialistischen Zeiten, das erhalten geblieben ist.
Es ist von zahlreichen Rissen durchzogen ist, in denen sich Fragen eingenistet haben: Welche Geschichte wird es in Zukunft erzählen? Was erzählt es jetzt? Und von welcher Vergangenheit?
Mit Kopfhörern ausgestattet wird das Publikum auf eine kollektive Reise geschickt, in der die Zeiten durcheinandergeraten und das Monument neu betrachtet werden kann.

Mit den Stimmen von: Viliyana Dimtrova, Svetlin Ivanov, Rosen Karadzhov, Kathrin Lalova und Alexandra Mihaylova.

Meet me at the Bench

Meet me at the Bench ist eine App, die dazu einlädt, Choreographien von 15 internationalen Tänzer:innen, Choreograph:innen und Performer:innen auf einer Bank im öffentlichen Raum zu hören. Mit ihren Stimmen im Ohr beginnt eine akustische und performative Reise in andere Welten. Die Bank verwandelt sich in einen Ort für unerwartete Begegnungen.
Bänke laden Passant:innen ein, ihren Weg zu unterbrechen, auszuruhen, die Umgebung zu betrachten oder über etwas nachzudenken. Aber es kann auf ihnen auch zu unerwarteten Begegnungen mit anderen kommen – wie mit den Stimmen der Künstler:innen, die zwar weit weg sind, über Kopfhörer dem Ohr jedoch ganz nah kommen. Sie machen sehr unterschiedliche Situationen hörbar: Einige wie Chto Delat (Russland) wurden durch jünste politische Ereignisse ins Exil gezwungen, andere leben bereits länger im Exil wie Maryam Bagheri Nessami (Iran). Einige, wie Ishvara Devati (Indonesien) oder Zora Snake (Kamerun) berichten aus Ländern, in denen Bänke vor allem als Zeichen des Kolonialismus gesehen werden.
In manchen Städten, wie Teheran, sind Bänke gefährliche Orte, in anderen, wie Athen (von wo Maria Sideri berichtet), verschwinden sie zusehends aus dem öffentlichen Raum. Die chinesische Choreographin Wen Hui verwandelt die Bank in einen fliegenden Teppich der Imagination und begibt sich mit den Hörer:innen auf eine Reise um die Welt.

Mit den Stimmen von Christiane Nothöfer und Isaak Dentler und den Künstler:innen
Beiträge von:
Andrezza Alves (Recife, zur Zeit in Lissabon, Portugal), Maryam Bagheri (Teheran, Iran) und Mitra Ziaei Kia (Teheran, Iran, zur Zeit in Aukland, Neuseeland), Panaibra Gabriel Canda (Maputo, Mosambik), Nina Gasteva (St. Petersburg) und Tsaplya Olga Egorova (St. Petersburg, zur Zeit in Hamburg) [Chto Delat Collective], Kelly Cooper/ Nature Theater of Oklahoma (New York, USA), Tamara Cubas (Montevideo, Uruguay), Ishvara Devati (Jakarta, Indonesien), Raquel Meseguer (Bristol, England), Anton Ovchinnikov (Kiev, Ukraine, derzeit in Wilna, Litauen), Park Fiction (Hamburg), Maria Sideri (Athen, Griechenland), Zora Snake (Jaounde, Kamerun / Brüssel, Belgien), Tedious Works (Birmingham, England, derzeit in Freiburg/ Frankfurt am Main), Mohamed Toukabri (Tunis, Tunesien, zur Zeit in Brüssel), Wen Hui (Peking, China, zur Zeit in Frankfurt am Main).
Download App

Straße ohne Erinnerung

Unter dem Pflaster liegen die Ruinen der Judengasse. Hohe Mauern sollten sie einst für den Rest der Stadt unsichtbar machen, über die Jahrhunderte hinweg aber trieb es doch viele Neugierige in die Gasse hinein. Die Zerstörung ihrer Hauptsynagoge in der Pogromnacht 1938 verdeutlicht, welche Gewalt ihrer Verdrängung aus dem heutigen Stadtbild innewohnt.
Um an die Judengasse zu erinnern, entsteht eine temporäre Soundinstallation:
Eine über Radios ausgestrahlte Stimme – zerstreut, ortlos, von überall herkommend und unsichtbar wie die Vergangenheit. Sie versucht sich zu erinnern; fragmentarisch, immer wieder verstummend. Sie erzählt von Menschen und Häusern, von Bränden und Aufständen.

Mit der Stimme von Stephan Wolf-Schönburg.
METAhub. Frankfurt am Main

Das wandelnde Museum

Das wandelnde Museum ist ein virtueller Museumsbesuch für Kinder und Jugendliche. Man kann dieses Museum nicht betreten, denn es materialisiert sich erst mit seinem Publikum. Die Teilnehmer:innen zwischen 8 und 12 Jahren lauschen Stimmen aus Kopfhörern. Diese laden dazu ein, das Museum im Kopf und in choreographierten Bewegungen entstehen zu lassen:
Einige erstarren zu Ausstellungsstücken, andere werden zu Bildhauer:innen, Sammler:innen oder Betrachter:innen.
Es ist ein Museum der Fragen: Warum werden überhaupt Dinge gesammelt? Welche gesellschaftlichen Vorstellungen verkörpern sich in ihnen? Was ist es wert für die Ewigkeit aufbewahrt zu werden? Wie wäre es, wenn ich selber ein Ausstellungsstück wäre?
Das wandelnde Museum wandelt sich ständig und so wechseln die Teilnehmer:innen auch immer wieder die Rollen und die Perspektiven.


Mit den Stimmen von Lotte Schubert und Uwe Zerwer.

Into the Woods

INTO THE WOODS ist ein begehbares Hörspiel, das sein Publikum in den Wald entführt. Eine Vielzahl geolokalisierter Audio-Stationen sind dort – akustischen Irrlichtern gleich – verteilt. Und erzählen aus unterschiedlichen Perspektiven von einer vollkommen transformierten zweiten Natur.
Bereits in Annette von Droste-Hülshoffs 1842 erschienener Novelle Die Judenbuche erscheint der Wald als eine durch Holzeinschlag zerstörte Natur und Teil weltweiter Lieferketten; die von Holzfällerbanden geschlagenen Stämme gelangen über den Fluss zu den Werften, um schließlich in Form von Schiffen den Warentausch mit dem Rest der Welt zu ermöglichen.
Damit ist er eingegangen in eine Amalgamierung von Natur- und Kulturraum, die nur noch aus einer Vielzahl von Zusammenhängen zu verstehen ist. Diese vernetzen Wald und Welt und machen ihn zu einem politischen Raum.


Mit den Stimmen von: Mareike Hein und Matthias Kelle.
Audiobeiträge: Avant-Scene/Valéry Kwongue Ebouele
Eine Produktion von LIGNA, in Koproduktion mit Burg Hülshoff – Center for Literature.
Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste und durch die Kunststiftung NRW.
Burg Hülshoff – Center for Literature
Download App Start: Haus Rüschhaus, Münster

Dantons Tod / Toussaints Tod

Die Lebensmittelpreise steigen. Die Menschen sind unzufrieden. Die Revolution beginnt. Für Freiheit, gleiche Rechte und ein solidarisches Leben – für alle Menschen. Was ist aus diesem Versprechen geworden?
Die Performance Dantons Tod / Toussaints Tod lädt zu einer Erkundung des revolutionären Erbes ein: In „Dantons Tod“ entwirft Georg Büchner ein Panorama von Haltungen und Gesten, um das Scheitern der Revolution zu begreifen.
Edouard Glissant beschwört in „Monsieur Toussaint“ die Gespenster der haitianischen Revolution – dem einzigen erfolgreichen Aufstand versklavter Menschen der Geschichte, der bis heute durch die westliche Geschichtsschreibung verdrängt wird.
Mit diesen Stimmen der Vergangenheit im Ohr sucht das Publikum den touristischen Römer heim. Kein Staatsschauspiel wie die Kaiserkrönung, sondern eine Intervention mit der Frage nach der Zukunft politischen Handelns.

Mit: Mareike Hein, Jalil, Helmut Mooshammer, Vidina Popov, Abak Safaei-Rad und Uwe Zerwer.

Trailer: Dantons Tod/Toussaints Tod
Dokumentation: Dantons Tod/Toussaints Tod

Zerstreuung überall!

Das Radioballett „Zerstreuung überall!“ reagiert auf die internationale Pandemie des Covid-19-Virus: Die geschlossenen Grenzen und die Unmöglichkeit zu reisen führen zu einer Abwesenheit von choreographischen Positionen und Stimmen. In Zeiten der Abschottungspolitik und der Rückbesinnung auf das Nationale stellt das Stück eine neue Verbundenheit über Ländergrenzen und Kontinente hinweg her: ein Vorschlag für eine andere Art des gesellschaftlichen Zusammenlebens und der Sorge umeinander.

Vierzehn internationale Künstler*innen wurden eingeladen, in diesem Radioballett ihre Stimme hörbar und ihre choreographische Position erfahrbar zu machen: Alejandro Ahmed (Brasilien), Bebe Miller (USA), Bhenji Ra (Australien), Nir Shauloff and Dana Yahalomi / Public Movement (Israel), Edna Jaime (Mosambik), Eisa Jocson (Phillippinen), Geumhyung Jeong (Südkorea), Mamela Nyamza (Südafrika), Maryam Bagheri Nesami & Mitra Ziaee Kia (Iran), Melati Suryodarmo (Indonesien), Raquel Meseguer (Großbritannien), Yuya Tsukahara + contact Gonzo (Japan).


Trailer: Zerstreuung überall!
Video: Dokumentation
Weitere Informationen: Zerstreuung überall!

Klasse Kinder!

Einmal mitten zwischen nichtsahnenden Passanten und Touristen Luftklavier spielen und Teil einer tanzenden Bande sein? Die Tanzperformance Klasse Kinder! lädt Kinder zwischen acht und zwölf Jahren dazu ein, an einem außergewöhnlichen Stück teilzunehmen – ausgestattet mit Kopfhörern, über die ein Hörspiel läuft, in dem sich Erzählungen und Bewegungsanweisungen mischen. So erobern sie tanzend innenstädtische Räume und probieren, wie man sich in einer zufällig zusammengewürfelten Gruppe ohne Anführerin oder Anführer gemeinsam bewegen kann. Ideengeberin für das Stück ist die Choreografin Jenny Gertz (1891–1966), beinahe in Vergessenheit geratene Pionierin des Modernen Tanzes und Visionärin in der Arbeit mit Kindern.


Trailer: Klasse Kinder
Dokumentation: Klasse Kinder

Die Spitzköpfe und die Rundköpfe

Das Land Jahoo: Fünf Pachtherren, nennen wir sie Amazon, Apple, Google, Meta und Microsoft, beuten ihre Pächter:innen aus. Diese beackern fleißig und freiwillig ihre Erfahrungsfelder, zahlen unentwegt mit ihren Daten, schaffen Reichtümer, die ihnen nicht gehören und merken nicht, wie sie verarmen. Bis zur nächsten Krise.
Einige erheben sich unter dem Zeichen der Sichel gegen die Pachtherren, doch die meisten lassen ihren durch social media verstärkten Affekten freien Lauf. „Die Spitzköpfe und die Rundköpfe“, von Bertolt Brecht als Parabel auf den Faschismus ersonnen, wird ins Hier und Heute geholt. Als Performance, in der sich das Publikum selbst befragt:
Wie wird die eigene Subjektivität durch gender, race und class hergestellt? Wie können wir uns eine Welt ohne Antisemitismus, ohne Patriarchat und Klassenunterschiede vorstellen? Eine Welt ohne Ausbeutung und Datenpacht?

Mit den Stimmen von: Isaak Dentler, Anna Kubin, Lotte Schubert, Uwe Zerwer und Charlotte Simon
Musik: Les Trucs
Video: Dokumentation

Ulysses 2.0

Ohne Karte und Kompass, Schiff und Besatzung brechen die Teilnehmer*innen zu einer Reise ins Unbekannte auf, eine Reise, von der sie nicht wissen, wohin sie führt.
Ein Programm namens „Ulysses 2.0“ weist den Weg, welches allerdings mehr dem Zufall als einer genauen Ortsbestimmung folgt.
Der Weg gerät zu einem der Abweichung, des Zufälligen.
Dabei verbindet sich der Gang eines jeden Einzelnen mit dem Gang der Menschheit.
Denn im Zeitalter des Anthropozäns stellt sich die Frage:
Lassen sich immer noch wie dereinst Himmel und Erde bewegen?
Oder ist ein Schiffbruch unvermeidlich?
Wie könnte ein auf gegenseitiges Überleben aller Spezies bedachtes Verhältnis aussehen?
Im Meer des Bewusstseins treibend finden sich überraschende Antworten. Sicher ist nur, der Mythos des Menschen muss vollständig neu geschrieben werden.

Schafft zwei, drei, viele Gänge!

Hamburg ist eine Stadt ohne Erinnerung. Bis auf das besetzte Gängeviertel sind in der Innenstadt nahezu alle älteren Häuser abgerissen worden.
An Orten wie der ehemaligen Gestapo-Zentrale an der Stadthausbrücke sind bis heute die Stimmen der Verfolgten und Ermordeten unhörbar. Stattdessen wird dort eine weitere Einkaufspassage eröffnet.
Schafft zwei, drei, viele Gänge! lädt zu einem Gang in diese unheimliche Hamburger Vergangenheit.
Das Publikum besucht zerstörte Synagogen, an die keine Gedenktafeln erinnern, belebt die abgerissenen, ehemals kommunistischen Gänge wieder und befragt die städtebauliche Gegenwart.

Die Gespenster des Konsumismus

Die Hamburger Innenstadt ist ein Gefüge aus Prachtarchitektur, Baustellen und zusehends verwaistem Raum. Die einstigen Kathedralen des Warenfetischismus stehen leer. Ihre Zukunft ist ungewiss. Das Versprechen spektakulärer Wunscherfüllung ist selbst nur noch eine Wunschvorstellung.
Doch abseits vom Warentausch eröffnen leere Warenauslagen, blinde Schaufensterschei-ben und Leerstände ganz neue Perspektiven.
„Die Gespenster des Konsumismus“ laden zu einer Entdeckungsreise in die verborgenen Abgründe unter dem glänzenden Pflaster der Innenstadt. Im Souterrain des ehemaligen Kaufhofs tun sich die Pforten zu einer Unterwelt auf: Die Hamburger Stadtgeschichte mit dem Wüten der Cholera, dem Abriss der Gänge und der Vertreibung der verarmten Bevölkerung aus der Innenstadt, konstelliert mit der Entwicklung des Kaufhauses und einem globalen Warenhandel.
Eine Utopie jenseits der warenförmigen Stadt wird sichtbar, die erst noch geborgen werden muss.


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The Passengers

Der Videowalk „The Passengers“ lädt das Publikum auf eine Reise in Zeiten des Stillstands ein: ins Herz des Flughafens. Die Flugzeuge sind grounded und der Flugverkehr so stark wie 1984, als die Startbahn West in Betrieb ging.
Statt abzuheben folgen die Teilnehmer*innen fremden Personen. Per Messenger-Service melden diese sich aus aller Welt, aus Osaka, Jaounde, Curacao, Porto Alegre, Varna und New York. Sie führen mit ihren Botschaften durch den Nicht-Ort Flughafen – so wie sich einst die Situationisten von fremden Stadtplänen leiten ließen.
Andere Räume, neue Perspektiven und unsichtbare Vernetzungen werden erfahrbar und stellen die Frage nach der Zukunft des Zusammenlebens in einer globalen Welt.


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Rausch und Zorn. Studien zum autoritären Charakter

In Europa sind Parteien, die faschistische Herrschaftsformen propagieren, auf dem Vormarsch oder bereits an der Macht. Rausch und Zorn folgt der Frage, woher die aktuelle Attraktivität autoritärer Fundamentalpolitik rührt.
Und versucht mittels historischer Konstellationen und der Vergegenwärtigung aktueller Entwicklungen eine Antwort zu finden. In einer losen Chronologie werden Momente faschistischer Herrschaft und ihrer Ästhetisierung von Politik erzählt. Dabei wird das Publikum zum zentralen Akteur eines Ereignisses.
Eine internationale Produktion mit den bulgarischen Künstlern Stephan Shtereff und Emilian Gatsov.

Radioballett – Übung in unnötigem Aufenthalt

Das Radioballett – Übung in unnötigem Aufenthalt ist Teil der Radiokunstausstellung Radiophonic Spaces in Berlin im Haus der Kulturen (HKW) und in Basel im Museum Tinguely. In einem begehbaren Radioarchiv werden aktuelle und historische Positionen aus 100 Jahren Radiokunst vorgestellt. Ein immersives Raumkonzept macht Experimente und Kompositionsverfahren, Apparaturen und Diskurse des Radios erfahrbar.
Mehr als 200 Werke deutschsprachiger und internationaler Radiokunst lassen sich dabei individuell hören und erforschen.

Rückschau auf die Ausstellungen im Museum Tinguely in Basel und im Haus der Kulturen der Welt in Berlin

Tanz Aller – Ein Bewegungschor

Die Tanzperformance Tanz aller – setzt sich mit dem nahezu vergessenen Erbe der Bewegungschöre auseinander, die in den 1920er Jahren Tanz als soziales Phänomen und politische Praxis begriffen. Das gemeinsame Tanzen im Bewegungschor ermöglichte es den Laien als chorisch organisierte Masse in Aufführungen zu wirken, die utopische Entwürfe einer anderen Gesellschaft performativ entwickelten. Tanz aller – ist kein Reenactment der Laienchöre, sondern aktualisiert die ästhetischen Fragen, die die Bewegungschöre heute stellen können: Welche Rolle kann Masse, welche Rolle kann Tanz heute spielen? Wie kommen wir vom Tanz zum Tanz aller Verhältnisse?

Spiegelstimmen

Nicht hinausgehen. Drinnen bleiben. In den Spiegel schauen.
Was hören wir?
Andere Orte, andere Stimmen, andere Blicke in den Spiegel.
Was ist das für eine Versammlung, wenn alle vereinzelt vor ihren Spiegeln stehen?
Und sich wieder umdrehen.
Und aus dem Fenster schauen?
Listening out for a new Planet…
In welche Welt wollen wir zurückkehren?

Beitrag zu Soundwalks für Daheimgebliebene. Zehn Anleitungen für Ausnahmen und andere Zustände.
Ein Feature des Deutschlandfunk Kultur
Eine extended Version der gesendeten Fassung ist hier unter Audio zu finden.