Zerstreuung überall! Ein internationales Radioballett

Das Radioballett Zerstreuung überall! reagiert auf die internationale Pandemie des Covid-19-Virus: Die geschlossenen Grenzen und die Unmöglichkeit zu reisen führen zu einer Abwesenheit von choreographischen Positionen und Stimmen. In Zeiten der Abschottungspolitik und der Rückbesinnung auf das Nationale stellt das Stück eine neue Verbundenheit über Ländergrenzen und Kontinente hinweg her: ein Vorschlag für eine andere Art des gesellschaftlichen Zusammenlebens und der Sorge umeinander.

Vierzehn internationale Künstler*innen wurden eingeladen, in diesem Radioballett ihre Stimme hörbar und ihre choreographische Position erfahrbar zu machen: Alejandro Ahmed (Brasilien), Bebe Miller (USA), Bhenji Ra (Australien), Public Movement/ Nir Shauloff and Dana Yahalomi (Israel), Edna Jaime (Mosambik), Eisa Jocson (Phillippinen), Geumhyung Jeong (Süd-Korea), Mamela Nyamza (Süd-Afrika), Maryam Bagheri Nesami & Mitra Ziaee Kia (Iran), Melati Suryodarmo (Indonesien), Raquel Meseguer (Großbritannien), Yuya Tsukahara + contact Gonzo (Japan).
In Zerstreuung überall! hört das teilnehmende Publikum gleichzeitig, aber zerstreut an einem zentralen öffentlichen Raum eine Choreographie über Kopfhörer. In ihr werden die Veränderungen durch die Pandemie, ihre Auswirkung auf den öffentlichen Raum und die Körper der Einzelnen reflektiert. Wie hat sich der Körper verändert? Wie ist die Erfahrung des Gemeinsamen in der Distanz möglich? In der gleichzeitigen Anwesenheit von weit über den Raum verteilten Körpern – in ihren Gesten und Bewegungen – erinnern sie auch an die abwesenden Körper, die in diesen Räumen nicht erscheinen können.


Mit den Stimmen von: Mareike Hein und Ingo Tomi, Laura Hicks und Harvey Friedman und den beteiligten Choreograph*innen
Musik: Emilian Gatsov
Grafik: Johannes Koether
Photos: Dajana Lothert
Eine Produktion von LIGNA, in Koproduktion mit Künstlerhaus Mousonturm und Hessischem Staatsballett im Rahmen der Tanzplattform Rhein-Main, Zürcher Theater Spektakel, Tanz im August/ HAU Hebbel am Ufer und Theaterfestival Basel, gefördert durch die Zweijahresförderung der Stadt Frankfurt am Main und durch die Bundeszentrale für Politische Bildung als Teil der Reihe „Corponomy – Politiken des Körpers in Tanz, Performance und Gesellschaft“.