Rausch und Zorn. Studien zum autoritären Charakter

In Europa sind Parteien, die faschistische Herrschaftsformen propagieren, auf dem Vormarsch oder bereits an der Macht.
Rausch und Zorn folgt der Frage, woher die aktuelle Attraktivität autoritärer Fundamentalpolitik und radikaler Vergemeinschaftung rührt.
Warum greift das Versprechen demokratischer Gesellschaften nicht mehr? Warum kann autoritäre Herrschaft in Momenten der Krise als Lösung gesellschaftlicher Probleme erscheinen? Welches Begehren verbindet sich mit dem Faschismus?
Das Publikum sitzt angeordnet in einem Quadrat, beobachtet sich gegenseitig und wird zu einer Reflexion über Theater, autoritäre Herrschaft und die eigenen Handlungsmöglichkeiten eingeladen.
Jede und jeder hört über Kopfhörer eine individuelle Spur, die gleichzeitig mit allen anderen synchronisiert ist.
In einer losen Chronologie werden Momente faschistischer Herrschaft, der Ästhetisierung von Politik, ihrer Subjektivierung und Analyse erzählt. O-Töne von Klaus Theweleit, Donald Trump oder Marc Jongen (AfD) erweitern schließlich den Assoziationsraum des Geschehens.
Wie auf das Gehörte reagiert wird, ist Teil eines kollektiven Prozesses, der das Publikum schließlich auch auf die Straße führt, wo das Verhältnis zwischen geschütztem Theaterraum und umkämpften öffentlichen Räumen auf die Probe gestellt wird.


Mit: Mareike Hein, Peter Moltzen, Marco Barotti, Jürgen Herold und Stephan A. Shtereff
Musik: Emilyan Gatsov
Konzept und Regie: LIGNA, Stephan A. Shtereff und Emilyan Gatsov
Eine Produktion für das Künstlerhaus Mousonturm, Frankfurt am Main.