Aktuelles

The Passengers

Der Videowalk „The Passengers“ lädt das Publikum auf eine Reise in Zeiten des Stillstands ein: ins Herz des Flughafens. Die Flugzeuge sind grounded und der Flugverkehr so stark wie 1984, als die Startbahn West in Betrieb ging.
Statt abzuheben folgen die Teilnehmer*innen fremden Personen. Per Messenger-Service melden diese sich aus aller Welt, aus Osaka, Jaounde, Curacao, Porto Alegre, Varna und New York. Sie führen mit ihren Botschaften durch den Nicht-Ort Flughafen – so wie sich einst die Situationisten von fremden Stadtplänen leiten ließen.
Andere Räume, neue Perspektiven und unsichtbare Vernetzungen werden erfahrbar und stellen die Frage nach der Zukunft des Zusammenlebens in einer globalen Welt.

09. Juli 2021 (Premiere)
Weitere Aufführungen: 10.-11. und 16.-17. Juli 2021
Mousonturm, Frankfurt

Zerstreuung überall!

Das Radioballett Zerstreuung überall! reagiert auf die internationale Pandemie des Covid-19-Virus: Die geschlossenen Grenzen und die Unmöglichkeit zu reisen führen zu einer Abwesenheit von choreographischen Positionen und Stimmen. In Zeiten der Abschottungspolitik und der Rückbesinnung auf das Nationale stellt das Stück eine neue Verbundenheit über Ländergrenzen und Kontinente hinweg her: ein Vorschlag für eine andere Art des gesellschaftlichen Zusammenlebens und der Sorge umeinander.

Vierzehn internationale Künstler*innen wurden eingeladen, in diesem Radioballett ihre Stimme hörbar und ihre choreographische Position erfahrbar zu machen: Alejandro Ahmed (Brasilien), Bebe Miller (USA), Bhenji Ra (Australien), Nir Shauloff and Dana Yahalomi / Public Movement (Israel), Edna Jaime (Mosambik), Eisa Jocson (Phillippinen), Geumhyung Jeong (Südkorea), Mamela Nyamza (Südafrika), Maryam Bagheri Nesami & Mitra Ziaee Kia (Iran), Melati Suryodarmo (Indonesien), Raquel Meseguer (Großbritannien), Yuya Tsukahara + contact Gonzo (Japan).

Nächste Aufführungstermine:
20. Juni 2021
Hessische Theatertage, Marburg
25. und 26. Juni 2021
Bundeskunsthalle Bonn
03. Juli
Zeitraumexit, Mannheim
17. und 18. Juli
Festival Tanz Karlsruhe
28. und 29. August 2021
Tanz Köln
11. und 12. September 2021
Festival Bildstörung, Detmold

Zum Hören: hr2-kultur
Trailer: Zerstreuung überall!
Video: Dokumentation
Weitere Informationen: Zerstreuung überall!

Ulysses 2.0

Ohne Karte und Kompass, Schiff und Besatzung brechen die Teilnehmer*innen zu einer Reise ins Unbekannte auf, eine Reise, von der sie nicht wissen, wohin sie führt.
Ein Programm namens „Ulysses 2.0“ weist den Weg, welches allerdings mehr dem Zufall als einer genauen Ortsbestimmung folgt.
Der Weg gerät zu einem der Abweichung, des Zufälligen.
Dabei verbindet sich der Gang eines jeden Einzelnen mit dem Gang der Menschheit.
Denn im Zeitalter des Anthropozäns stellt sich die Frage:
Lassen sich immer noch wie dereinst Himmel und Erde bewegen?
Oder ist ein Schiffbruch unvermeidlich?
Wie könnte ein auf gegenseitiges Überleben aller Spezies bedachtes Verhältnis aussehen?
Im Meer des Bewusstseins treibend finden sich überraschende Antworten. Sicher ist nur, der Mythos des Menschen muss vollständig neu geschrieben werden.


26. und 27. Juni 2021
Werkleitz Festival: move to … sociosphere, ecosphere, bodydatasphere, Halle (Saale)
Voraussichtlich nächste Aufführungstermine:
Juni 2021, Karlsruhe

Klasse Kinder!

Einmal mitten zwischen nichtsahnenden Passanten und Touristen Luftklavier spielen und Teil einer tanzenden Bande sein? Die Tanzperformance Klasse Kinder! lädt Kinder zwischen acht und zwölf Jahren dazu ein, an einem außergewöhnlichen Stück teilzunehmen – ausgestattet mit Kopfhörern, über die ein Hörspiel läuft, in dem sich Erzählungen und Bewegungsanweisungen mischen. So erobern sie tanzend innenstädtische Räume und probieren, wie man sich in einer zufällig zusammengewürfelten Gruppe ohne Anführerin oder Anführer gemeinsam bewegen kann. Ideengeberin für das Stück ist die Choreografin Jenny Gertz (1891–1966), beinahe in Vergessenheit geratene Pionierin des Modernen Tanzes und Visionärin in der Arbeit mit Kindern.


01. und 02. Juli 2021
Think Big! Festival, München

Schafft zwei, drei, viele Gänge!

Hamburg ist eine Stadt ohne Erinnerung. Bis auf das besetzte Gängeviertel sind in der Innenstadt nahezu alle älteren Häuser abgerissen worden. An Orten wie der ehemaligen Gestapo-Zentrale an der Stadthausbrücke sind bis heute die Stimmen der Verfolgten und Ermordeten unhörbar. Stattdessen wird dort eine weitere Einkaufspassage eröffnet.
Schafft zwei, drei, viele Gänge! lädt zu einem Gang in diese unheimliche Hamburger Vergangenheit. Das Publikum besucht zerstörte Synagogen, an die keine Gedenktafeln erinnern, belebt die abgerissenen, ehemals kommunistischen Gänge wieder und befragt die städtebauliche Gegenwart.

Geplante Wiederaufführung und Schulvostellungen im Herbst 2021

Radioballett – Übung in unnötigem Aufenthalt

Das Radioballett – Übung in unnötigem Aufenthalt ist Teil der Radiokunstausstellung Radiophonic Spaces in Berlin im Haus der Kulturen (HKW) und in Basel im Museum Tinguely. In einem begehbaren Radioarchiv werden aktuelle und historische Positionen aus 100 Jahren Radiokunst vorgestellt. Ein immersives Raumkonzept macht Experimente und Kompositionsverfahren, Apparaturen und Diskurse des Radios erfahrbar.
Mehr als 200 Werke deutschsprachiger und internationaler Radiokunst lassen sich dabei individuell hören und erforschen.

Rückschau auf die Ausstellungen im Museum Tinguely in Basel und im Haus der Kulturen der Welt in Berlin

Rausch und Zorn. Studien zum autoritären Charakter

In Europa sind Parteien, die faschistische Herrschaftsformen propagieren, auf dem Vormarsch oder bereits an der Macht. Rausch und Zorn folgt der Frage, woher die aktuelle Attraktivität autoritärer Fundamentalpolitik rührt.
Und versucht mittels historischer Konstellationen und der Vergegenwärtigung aktueller Entwicklungen eine Antwort zu finden. In einer losen Chronologie werden Momente faschistischer Herrschaft und ihrer Ästhetisierung von Politik erzählt. Dabei wird das Publikum zum zentralen Akteur eines Ereignisses.
Eine internationale Produktion mit den bulgarischen Künstlern Stephan Shtereff und Emilian Gatsov.

Vorerst keine weiteren geplanten Termine

Tanz Aller – Ein Bewegungschor

Die Tanzperformance Tanz aller – setzt sich mit dem nahezu vergessenen Erbe der Bewegungschöre auseinander, die in den 1920er Jahren Tanz als soziales Phänomen und politische Praxis begriffen. Das gemeinsame Tanzen im Bewegungschor ermöglichte es den Laien als chorisch organisierte Masse in Aufführungen zu wirken, die utopische Entwürfe einer anderen Gesellschaft performativ entwickelten. Tanz aller – ist kein Reenactment der Laienchöre, sondern aktualisiert die ästhetischen Fragen, die die Bewegungschöre heute stellen können: Welche Rolle kann Masse, welche Rolle kann Tanz heute spielen? Wie kommen wir vom Tanz zum Tanz aller Verhältnisse?

Vorerst keine weiteren geplanten Termine

Spiegelstimmen

Nicht hinausgehen. Drinnen bleiben. In den Spiegel schauen.
Was hören wir?
Andere Orte, andere Stimmen, andere Blicke in den Spiegel.
Was ist das für eine Versammlung, wenn alle vereinzelt vor ihren Spiegeln stehen?
Und sich wieder umdrehen.
Und aus dem Fenster schauen?
Listening out for a new Planet…
In welche Welt wollen wir zurückkehren?

Beitrag zu Soundwalks für Daheimgebliebene. Zehn Anleitungen für Ausnahmen und andere Zustände.
Ein Feature des Deutschlandfunk Kultur
Eine extended Version der gesendeten Fassung ist hier unter Audio zu finden.